"... trotzdem Ja zum Leben sagen" 3

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ – Viktor Frankl

„Ein Mensch, der sich dieser Verantwortung bewusst geworden ist, die er gegenüber dem auf ihn wartenden Werk oder einem auf ihn wartenden liebevollen Menschen hat – ein solcher Mensch wird nie imstande sein, sein Leben hinzuwerfen. Er weiß eben um das ‚Warum‘ seines Daseins – und wird daher auch fast jedes ‚Wie‘ zu ertragen vermögen.“
S. 121/122 („Etwas wartet“)

Auch dieses Zitat ist es wert, von mir näher betrachtet zu werden.

Als ich vor vielen Jahren mit einer Erschöpfungsdepression notfallmäßig in eine psychosomatische Klinik kam, war ich suizidal. Nach jahrelangem Ringen, Kämpfen und Scheitern war ich einfach lebensmüde. Keinen Ausweg sehend und keine Kraft mehr findend, ließ ich mich freiwillig einweisen, weil ich wusste, dass ich die Kontrolle über mich und mein Leben verloren hatte.

Zwölf Wochen verbrachte ich dort und entließ mich zu Weihnachten selbst, weil ich wusste, dass ich dieses Fest gemeinsam mit meinen Kindern feiern wollte.

Ein Jahr später war ich noch in einer Reha. Dort durchlebte ich in der plastizierenden Kunsttherapie einen „Todesprozess“. So habe ich es im Nachhinein betitelt; währenddessen war mir das nicht so bewusst.

Nach diesem Prozess war das Thema Suizid für mich vom Tisch. Ich hatte mein „Warum“ gefunden, und obwohl es noch unzählige ungelöste Fragen in meinem Herzen gab, wollte ich wieder leben, weiterleben und vor allem heilen.

Für mich war es eine ganz bewusste Entscheidung, den Weg des Lebens zu wählen – und den Weg der Heilung. Beides ist für mich eng und untrennbar miteinander verknüpft.

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