8. Februar 2026
„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ – Viktor Frankl „Was hier nottut, ist die Wendung in der ganzen Fragestellung nach dem Sinn des Lebens: Wir müssen lernen und die verzweifelten Menschen lehren, dass es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf, was das Leben von uns erwartet!“ S. 117 (Nach dem Sinn des Lebens fragen) Es kommt darauf an, was das Leben noch von mir erwartet, und nicht, was ich noch vom Leben erwarte. Das ist für mich ein revolutionärer Satz! Er verändert so viel. Er bringt Sinn in Leere. Er gibt Hoffnung, wenn ich keine mehr sehe, lässt mich wieder aufstehen, wenn ich wieder mal am Boden bin. Was erwartet das Leben von mir? – dass ich mein Bestes gebe – dass ich niemals aufgebe – dass ich es immer und immer wieder aufs Neue versuche – dass ich eine Zukunft habe – dass ich lerne zu träumen – dass ich meine Träume verwirkliche – dass ich Schritt für Schritt vorwärts gehe – dass ich herausfinde, was durch mich auf diese Welt kommen will, und dafür sorge, dass es auch verwirklicht wird – dass ich gut für mich sorge – dass ich meinen Heilungsweg konsequent weitergehe – dass ich mich verändere und entwickle – dass ich ein „Komm“ bin für die, die mit mir zu tun haben – dass Menschen mit einem positiven Eindruck von mir gehen – dass ich mein Leben gestalte – dass ich ins Tun komme – dass ich hinschaue – dass ich glücklich bin – dass mein Weg mir Erfüllung gibt – dass ich wahrhaftig bin – dass ich meine Werte kenne, ihrer bewusst bin und mich nach ihnen ausrichte – dass ich Verantwortung übernehme Diese Liste lässt sich noch weiter ausführen. Für mich hat dieses Ändern der Frage so viel Positives bewirkt. Immer dann, wenn Trauer, Angst, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung mich zu übermannen und in Apathie und Starre ziehen wollen, besinne ich mich darauf, dass es nicht darum geht, was ich vom Leben erwarte, sondern darum, was das Leben von mir erwartet. Und ich habe festgestellt, dass das Leben sehr viel von mir erwartet. Und gleichzeitig fehlt jeder Erwartungsdruck. Das macht es für mich so annehmbar und leicht. Ich möchte sagen: Das Leben lädt mich ein. Es ist so ein starkes „Komm“, welches das Leben zu mir ausspricht. Und ich denke, dass je mehr ich das herausfinde und auslebe, was das Leben von mir erwartet, desto mehr gibt mir das Leben von dem, was ich noch von ihm erwarte. So ist es unterm Strich wieder eine Win-win-Situation.
8. Februar 2026
„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ – Viktor Frankl „Ein Mensch, der sich dieser Verantwortung bewusst geworden ist, die er gegenüber dem auf ihn wartenden Werk oder einem auf ihn wartenden liebevollen Menschen hat – ein solcher Mensch wird nie imstande sein, sein Leben hinzuwerfen. Er weiß eben um das ‚Warum‘ seines Daseins – und wird daher auch fast jedes ‚Wie‘ zu ertragen vermögen.“ S. 121/122 („Etwas wartet“) Auch dieses Zitat ist es wert, von mir näher betrachtet zu werden. Als ich vor vielen Jahren mit einer Erschöpfungsdepression notfallmäßig in eine psychosomatische Klinik kam, war ich suizidal. Nach jahrelangem Ringen, Kämpfen und Scheitern war ich einfach lebensmüde. Keinen Ausweg sehend und keine Kraft mehr findend, ließ ich mich freiwillig einweisen, weil ich wusste, dass ich die Kontrolle über mich und mein Leben verloren hatte. Zwölf Wochen verbrachte ich dort und entließ mich zu Weihnachten selbst, weil ich wusste, dass ich dieses Fest gemeinsam mit meinen Kindern feiern wollte. Ein Jahr später war ich noch in einer Reha. Dort durchlebte ich in der plastizierenden Kunsttherapie einen „Todesprozess“. So habe ich es im Nachhinein betitelt; währenddessen war mir das nicht so bewusst. Nach diesem Prozess war das Thema Suizid für mich vom Tisch. Ich hatte mein „Warum“ gefunden, und obwohl es noch unzählige ungelöste Fragen in meinem Herzen gab, wollte ich wieder leben, weiterleben und vor allem heilen. Für mich war es eine ganz bewusste Entscheidung, den Weg des Lebens zu wählen – und den Weg der Heilung. Beides ist für mich eng und untrennbar miteinander verknüpft.
8. Februar 2026
„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ – Viktor Frankl Ein weiteres Zitat aus diesem Buch, welches für mich so wertvoll geworden ist: „… da bleibst du stehen, blickst um dich und blickst empor – und dann sinkst du in die Knie. Du weißt in diesem Augenblick nicht viel von dir und nicht viel von der Welt, du hörst in dir nur einen Satz, und immer wieder denselben Satz: Aus der Enge rief ich den Herrn, und er antwortete mir im freien Raum. Wie lange du dort gekniet hast, wie oft du diesen Satz wiederholt hast – die Erinnerung weiß es nicht mehr zu sagen … Aber an diesem Tage, zu jener Stunde, begann dein neues Leben – das weißt du. Und Schritt für Schritt, nicht anders, trittst du ein in dieses neue Leben, wirst du wieder Mensch.“ S. 135 (Die dritte Phase: Nach der Befreiung aus dem Lager) Ich bin gläubig, und vielleicht spricht deshalb die Erwähnung des Bibelverses so zu mir, doch genauso habe ich es empfunden. Jahrelang war ich in der Enge. Es gab keinen Raum für mich, keine Entwicklungsmöglichkeit, keine Luft zum Atmen – es war nur Enge. Und dann beginnt es plötzlich zu dämmern: Es wird Raum, es wird Weite, es wird Luft zum Atmen, es gibt Entwicklung – ja, diese ist schmerzhaft, und sie kostet Kraft, und doch ist sie so viel mehr wert und so viel hoffnungsvoller als diese Enge. Und es entsteht eine tiefe Gewissheit in mir, dass mein neues Leben jetzt begonnen hat. Dieses Leben wird Schritt für Schritt eingeweiht. Es sind wundervolle Schritte – berührende, dankbare, liebevolle, bewusste und klare Schritte –, wie auch schmerzhafte, kleine, verzweifelte, traurige und unsichere Schritte. Doch es sind definitiv vorwärtsbringende Schritte in mein neues Leben. Möge ich mich bei jedem Hinfallen, bei jedem Schmerz und jedem Scheitern immer daran erinnern: Es geht Schritt für Schritt, nicht anders, in mein neues Leben.
von account-for-03856f54198e406eb99495d7bc23ed63 8. Februar 2026
„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ – Viktor Frankl Ein Buch, das ich vor Kurzem gelesen habe und das mir so viel Hoffnung gegeben hat. Ich möchte einige Stellen daraus zitieren: „… und der löst ihm die Zunge, und nun beginnt er zu erzählen, stundenlang. Da entlädt sich der jahrelange Druck, der auf ihm gelastet hat, und vielfach macht dieses Erzählen den Eindruck, als ob der Betreffende unter einer Art seelischem Zwang stünde, so dranghaft ist dieses Erzählen, dieses Redenmüssen. … Tage vergehen, viele Tage, bis sich nicht bloß die Zunge löst, sondern irgendetwas im Inneren gelöst wird, und bis dann plötzlich das Gefühl eine Bresche schlägt in jene hemmende Barriere, von der es bis dahin noch gehemmt war.“ S. 134 (Die dritte Phase: Nach der Befreiung aus dem Lager) Es wäre vermessen, das, was diese Menschen in den KZs erlebt haben, mit mir und meinem Trauma zu vergleichen, doch in der Aufarbeitung gibt es durchaus Parallelen. Diese Phase des Erzählens-Müssens war für mich sehr, sehr wichtig. Und nein, es ging mir dabei oft nicht gut bzw. ich bin hinterher oft abgestürzt. Und doch war diese Phase so sehr entscheidend, und sie darf aus meiner Sicht nicht abgekürzt oder gar umgangen werden. Natürlich braucht es einen sicheren und geborgenen Rahmen, und meine Geschichte ist nicht für jedes Ohr geeignet. Das musste ich auch schmerzhaft erfahren und lernen. Doch an den richtigen Stellen, bei den richtigen Personen, ist es unglaublich heilsam, einfach reden zu dürfen. Mit jedem Erzählen wird der Schmerz etwas weniger, und irgendwann löst sich etwas im Inneren – die Zeit wird reif, weiterzugehen. Ich danke den Menschen, denen ich meine Geschichte erzählen durfte, die mir zugehört haben, die Verständnis für mich hatten, die meine Tränen aushalten konnten, die meinen inneren Zwang verstanden haben und mir den Raum gehalten haben. Das waren so wertvolle und heilsame Gelegenheiten.
Schmetterling Metamorphose
von Der Trauma-Affe 7. Februar 2025
In dem Film „The Wisdom of trauma“ von Dr. Gabor Mate vergleicht der bekannte Traumatherapeut das Trauma mit einem Affen auf unserem Rücken. Für mich ist der Affe ein Synonym für Trauma geworden. Es gibt Zeiten, da ist der Affe kaum zu spüren. Ich würde sagen, dass er dann schläft. Das andere Extrem ist, wenn der Affe auf dem Rücken tobt, sich festkrallt und er nicht überhört oder gar ignoriert werden kann. Dann ist es so, als wären Affe und Mensch eins. Dazwischen gibt es alle möglichen Nuancen. Ein wichtiger Schritt der Erkenntnis ist, dass Mensch und Affe eine Zweiheit bilden. Ein Trauma kann man nicht wegmachen. Der Affe gehört dazu. Er ist ein ganz persönlicher Affe und Teil der Lebensgeschichte. Und dennoch ist es so sehr essentiell, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass Mensch und Affe zwei verschiedene Wesen sind. Es kann ein Rettungsanker sein, diesen Unterschied klar zu bekommen. Besonders dann, wenn der Affe brüllt und tobt und die Gefahr besteht, wieder im Chaos zu versinken. Zu wissen, dass er sich wieder beruhigen wird und dass dieses Ohnmachtsgefühl, welches in diesen Affentobsuchtsanfällen die vorherrschende Wahrnehmung ist, wieder verschwinden wird. Wiederum gibt es Zeiten, in denen Ruhe einkehrt, fast schon andächtig wird der Affe auf den Schoß geholt. In der Akzeptanz dessen was ist und war, kann so etwas wie Versöhnung stattfinden. Das Trauma wird immer ein Teil der eigenen Lebensgeschichte bleiben. Wir können es nicht ungeschehen machen. Doch können wir lernen mit dem Trauma-Affen zu leben. Er wird für immer auf dem Rücken bleiben. Daraus kann eine Stärke entstehen.
von Von der Raupe zum Schmetterling... 7. Februar 2025
"Es ist das Ende der Welt" sagte die Raupe. "Es ist erst der Anfang" sagte der Schmetterling. Das Bild der Entwicklung eines Schmetterlings beschäftigt mich sehr. Zuerst die Raupe, die ungefähr 4 Wochen lang frisst sich häutet und weiter frisst, bis sie sich verpuppt. Dort in diesem Kokon verliert die Raupe ihre Existenz. Sie löst sich auf. Es entsteht sozusagen eine lebendige Raupensuppe, die alles beinhaltet was der zu werdende Schmetterling benötigt. Spannend ist auch, dass einige Mini-Gewebeanteile der Raupe übrigbleiben und die Basis für den Schmetterling bilden. Dann entwickelt sich der neue Schmetterling, um am Ende aus seinem Kokon zu schlüpfen. Das Schlüpfen ist harte Arbeit für den Schmetterling und benötigt Zeit und vor allem alle seine Kraft. Doch dann wenn er sich aus dem Kokon befreit hat und seine Flügel das erste Mal entfaltet und losfliegt, dann haben sich alle Mühe, alle Phasen bis er zu diesem wundervollen Geschöpf geworden ist, gelohnt. Ich selbst kenne alle drei Stadien und werde sie wohl immer wieder durchleben auf meiner Reise durch mein Leben. Die Phase der Raupe, die sich glücklich von Blatt zu Blatt frisst und wenn der Panzer zu eng geworden ist, sich einfach mal kurz häutet und dann weiterfrisst. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem eine Sehnsucht in der Raupe erwacht. Sie spürt, dass es noch mehr geben muss, als nur fressen und häuten. Anfangs ignoriert sie diese leise Stimme der Sehnsucht, sie will so weiterleben, so weitermachen wie bisher. Das Leben war doch gut so, es war doch alles ok. Warum sollte es nicht immer so weitergehen? Doch die Stimme der Sehnsucht wird stärker, alles wird auf einmal eintönig und grau. Die Blätter schmecken nicht mehr, der Panzer ist schon wieder zu eng und die Sehnsucht beginnt, übermächtig zu werden. Und so langsam wird die Sehnsucht auch konkret. Es entsteht das Bild eines Schmetterlings in ihr. Doch wie soll das gehen? Wie soll ich Raupe ein Schmetterling werden? Unmöglich! Und so macht sie weiter- mit einer unstillbaren Sehnsucht und mit zunehmender Traurigkeit im Herzen - einfach das, was sie schon immer getan hat: fressen. Es fällt ihr jeden Tag schwerer. Nachts träumt sie davon über die Felder zu fliegen, von Blume zu Blume. Bis eines Tages die Sehnsucht so übermächtig geworden ist, dass sie weiß, wenn sie jetzt nicht springt, es einfach riskiert, dann wird sie zugrunde gehen. Sie hat immer noch keine Ahnung wie sie zum Schmetterling werden soll, doch der Ruf in ihr ist so stark, dass sie das tut was sie instinktiv weiß, was sie tun muss: sie sucht sich einen sicheren Ort und fängt an sich zu verpuppen. Ihr Herz zittert vor Angst vor dem Unbekannten. Wie wird es weitergehen, was wird kommen, wird es eine Zukunft für sie geben, ist es die richtige Entscheidung? Diese nagenden Fragen werden abgelöst von Phasen der Euphorie, des Glücks, der freudigen Erwartung, der Gewissheit, dass es der richtige Weg ist. So geht es die ganze Zeit über, bis der Kokon fertig gesponnen ist. Dann häutet sich die Raupe zum letzten Mal. Sie spürt die Endgültigkeit, die in dieser Tat liegt. Danach gibt es kein Zurück mehr. Und ja, sie hat Angst, es ist ihr so sehr bange davor und doch drängt es sie unaufhaltsam dorthin. Es ist der glasklare deutliche Ruf ihrer Seele, dem sie nun folgt. Nach dem Häuten beginnt die Auflösung. Es fühlt sich wie sterben an. Und es ist auch ein gewisser Tod, den sie stirbt. Es ist ein sehr ekliges Gefühl. Ein Zustand, der kaum auszuhalten ist. Sie ist keine Raupe mehr und sie ist noch kein Schmetterling. Was ist sie? Was soll sie tun? Ihr Körper schreit, ob dieser Auflösung. Ihre Seele, ihr Geist – alles in ihr wehrt sich. Dieses Zwischenstadium, diese Fragilität, diese Einsamkeit, die Ungewissheit, diese Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war – alles ist unsicher, alles scheint im Chaos zu versinken. Und langsam, Schritt für Schritt, kaum merklich, entsteht etwas Neues, der Schmetterling nimmt Form an. Es gleicht einem Wunder! Doch noch ist er nicht lebens- oder überlebensfähig. Und das weiß der kleine Kerl sehr gut. Noch steht die mühsame Befreiung aus dem Kokon bevor. Er spürt, dass er da alleine durch muss. Und er will da durch. Er will sich dem Leben stellen und er verspürt den unbändigen Drang in sich zu fliegen, sich der Welt zu zeigen. Die alte Sehnsucht der Raupe ist auch in ihm und er will das in die Welt tragen, was die Raupe gesehen und für was sie sich auf den Weg gemacht hat. Es ist seine Mission geworden. Langsam und zitternd entfaltet er seine Flügel. Jetzt müssen sie nur noch trocknen und dann ist er bereit sich der Welt zu zeigen. Tiefe Dankbarkeit erfüllt den neugeborenen Schmetterling. Dankbarkeit, dass die Raupe ihrer Sehnsucht gefolgt ist und sich auf den Weg gemacht hat. Dankbarkeit, dass er leben darf und dass die Botschaft der Raupe ganz klar in seinem Inneren ertönt. Ein neuer Lebensabschnitt steht bevor! Ein neues Leben! Noch einmal horcht er in sich hinein, ob er bereit ist für dieses Leben. Und JA! er ist es. Dann breitet er seine Flügel aus und fliegt in die Welt hinaus.
von Über die Geduld... 7. Februar 2025
Sie kennen sicher das Gedicht von Rainer Maria Rilke, wobei es kein Gedicht im eigentlichen Sinne von ihm ist. Es wurde nach meinen Recherchen aus verschiedenen Briefauszügen zusammengefügt: „Man muss den Dingen die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen – und dann gebären... Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch! Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit... Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.“ Dieser Text ist sehr tief in mein Herz gefallen und arbeitet dort. Er beschreibt auf so eine schöne und für mich vollkommene Weise, was Traumaarbeit für mich bedeutet. Wie oft war ich ungeduldig, wollte schneller heil werden, wollte mein Trauma loswerden, wollte mein Leben leben, war verzweifelt, ob all der ungelösten Fragen in meinem Herzen. Oder ich habe wie verrückt an meinen Lebensknoten gezerrt und alles, was ich erreicht habe war nur, dass die Knoten noch fester geworden sind, dass es mehr Knoten geworden sind und dass das Ungelöste größer und stärker in mir wurde. Bis ich erkennen durfte, dass ich auf dem Holzweg bin. Bis die Worte der Geduld in mein Herz fanden. Bis ich verstand, dass ich Geduld haben darf und muss mit all dem Ungelösten in meinem Herzen, dass ich all die vielen Fragezeichen in mir lieb gewinnen darf, dass ich sie achten und wertschätzen darf und dass es darum geht, die richtigen Fragen zu stellen und diese dann zu leben! Dadurch gebe ich den Fragen in mir, dem Ungelösten, dem Verknoteten die Chance sich zu lösen, Antworten zu finden, zu gebären, den Sommer zu erleben und die richtigen Schlüssel für die verschlossenen Stuben in die Hand gelegt zu bekommen. Wie oft habe ich es erlebt, dass eines Tages die Frage verschwunden war, weil ich in die Antwort hineingelebt habe. Andere Knoten musste ich geduldig selber lösen, doch auch dies ist eine wertvolle Arbeit. Es lohnt sehr, dran zu bleiben und zu den Geduldigen zu gehören.