"... trotzdem Ja zum Leben sagen" 4

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ – Viktor Frankl

„Was hier nottut, ist die Wendung in der ganzen Fragestellung nach dem Sinn des Lebens: Wir müssen lernen und die verzweifelten Menschen lehren, dass es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf, was das Leben von uns erwartet!“
S. 117 (Nach dem Sinn des Lebens fragen)

Es kommt darauf an, was das Leben noch von mir erwartet, und nicht, was ich noch vom Leben erwarte.
Das ist für mich ein revolutionärer Satz! Er verändert so viel. Er bringt Sinn in Leere. Er gibt Hoffnung, wenn ich keine mehr sehe, lässt mich wieder aufstehen, wenn ich wieder mal am Boden bin.

Was erwartet das Leben von mir?

– dass ich mein Bestes gebe
– dass ich niemals aufgebe
– dass ich es immer und immer wieder aufs Neue versuche
– dass ich eine Zukunft habe
– dass ich lerne zu träumen
– dass ich meine Träume verwirkliche
– dass ich Schritt für Schritt vorwärts gehe
– dass ich herausfinde, was durch mich auf diese Welt kommen will, und dafür sorge, dass es auch verwirklicht wird
– dass ich gut für mich sorge
– dass ich meinen Heilungsweg konsequent weitergehe
– dass ich mich verändere und entwickle
– dass ich ein „Komm“ bin für die, die mit mir zu tun haben
– dass Menschen mit einem positiven Eindruck von mir gehen
– dass ich mein Leben gestalte
– dass ich ins Tun komme
– dass ich hinschaue
– dass ich glücklich bin
– dass mein Weg mir Erfüllung gibt
– dass ich wahrhaftig bin
– dass ich meine Werte kenne, ihrer bewusst bin und mich nach ihnen ausrichte
– dass ich Verantwortung übernehme

Diese Liste lässt sich noch weiter ausführen.

Für mich hat dieses Ändern der Frage so viel Positives bewirkt.
Immer dann, wenn Trauer, Angst, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung mich zu übermannen und in Apathie und Starre ziehen wollen, besinne ich mich darauf, dass es nicht darum geht, was ich vom Leben erwarte, sondern darum, was das Leben von mir erwartet. Und ich habe festgestellt, dass das Leben sehr viel von mir erwartet. Und gleichzeitig fehlt jeder Erwartungsdruck. Das macht es für mich so annehmbar und leicht.

Ich möchte sagen: Das Leben lädt mich ein.
Es ist so ein starkes „Komm“, welches das Leben zu mir ausspricht.

Und ich denke, dass je mehr ich das herausfinde und auslebe, was das Leben von mir erwartet, desto mehr gibt mir das Leben von dem, was ich noch von ihm erwarte.
So ist es unterm Strich wieder eine Win-win-Situation.

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